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In diesem Schuljahr (2025/26) war es an der Justus-von-Liebig Schule in Waldshut erstmals möglich, das Erasmus+ Programm innerhalb der dreijährigen Ausbildung zur Pflegefachkraft während des erweiterten Außeneinsatzes umzusetzen. Eine großartige Möglichkeit, die mir gleich drei Träume auf einmal erfüllte. Einblick in den Arbeitsalltag, auf der zentralen Notaufnahme, nach dem neusten Stand der Medizin, andere Kultur hautnah erleben und ein Teil davon sein. Und nicht zu vergessen, 5 Wochen in der Heimat meines Herzens. Der österreichischen Hauptstadt Wien.
Der Großteil meines Privatlebens findet bereits seit Jahren in Wien statt. Dank Erasmus+ konnte ich nun herausfinden, wie es wäre, dort tatsächlich zu leben, zu arbeiten und nicht nur ein Urlauber zu sein. Der Alltag in der Klinik Landstraße hat mir sehr gefallen. Es gab unglaublich viel zu sehen, von neuster Technologie bis hin zum kollegialen Miteinander war ich jeden Dienst aufs Neue beeindruckt. Auch das Ausmaß an Fachwissen und die Freude es zu teilen ist mir sehr positiv in Erinnerung geblieben und hat mich inspiriert, mir daran ein Beispiel zu nehmen. Da ich am Ende der Ausbildung angelangt bin, konnte ich auch in Deutschland schon diverse Bereiche besuchen, doch aus keinem habe ich so viel mitgenommen wie aus diesem Einsatz. Die gesamte Zeit über habe ich mich sehr wohl gefühlt und wurde in meinen Stärken gefördert, sowie professionell auf meine Schwächen hingewiesen. Für beides bin ich sehr dankbar. Gegen Ende war ich in der Lage selbstständig alle Standards der Erstuntersuchung durchzuführen, beginnend mit dem Legen eines peripheren Venenkatheters, gefolgt vom Schreiben eines Kurzzeit EKGs, der Blutabnahme und der Dokumentation, inklusive weiterem Assistieren des Facharztes. Mit den sprachlichen Unterschieden hatte ich keine wirklichen Probleme. Zum einen bin ich den Wiener Akzent mittlerweile gewöhnt, zum anderen ist es immer noch deutsch, nur anders betont, mit teilweise abgeändertem Vokabular. Doch obwohl ich schon öfter in Wien war als ich zählen kann, habe ich auch dieses Mal noch ein paar neue Worte gelernt. Am besten hat mir „Oachkatzlschwoaf“ gefallen. Das bedeutet Eichhörnchen-Schweif.
Die größte Freude hatte ich, obwohl ich die Zeit im Krankenhaus wirklich genossen habe, trotzdem in meiner Freizeit. Ich liebe es, einfach durch Wien zu spazieren und die ganze Schönheit der Stadt zu betrachten. Jeden Tag hat es mich aufs Neue fasziniert, dass ich das tatsächlich erlebe und mein Arbeitsweg aussieht wie ein antikes Museum. Egal ob es die traumhaften, hohen Häuser im Barock- und Jugendstil aus dem 1. Bezirk oder die bunten Stände des Brunnenmarkts (die übrigens auch bei Minusgraden noch die besten Falafel-Sandwiches für 3,50 Euro verkaufen) im 16. Bezirk sind. Alles hat seinen Charme und lohnt sich, mindestens einmal im Leben gesehen zu haben. Ich habe mich fast täglich mit meinen Freunden getroffen, zu denen ich endlich keine Distanz von 8 Stunden Autofahrt mehr hatte, und von keinem Tag würde ich sagen, dass er sich nicht gelohnt hat. Egal ob Christkindlmarkt, Spieleabend, Hausparty, Club und Bar Besuch oder einfach zusammen einen Film schauen. Alles war noch besser als ich es mir gewünscht hatte.
Abschließend kann ich nur sagen, dass ich sehr glücklich bin, dass ich an dem Programm teilgenommen habe. Es hat mich persönlich in vielen Bereichen weitergebracht, meine Zukunftspläne beruflich und privat bestärkt und alle letzten Zweifel ausgelöscht. Auch das letzte Stück meines Herzens ist nun in Wien angekommen und wartet dort, bis ich mit all meinem Hab und Gut, in einem Umzugswagen folgen kann.
Rebekka Kast, 3BFP3, Schuljahr 2025/26
Fachabteilung Pflege